Archive for the 'Gesehen' Category
Bulgarisches Versteckspiel
Das bulgarische Kino ist im Westen angekommen – die Mentalität der Schauspieler offenbar noch nicht. „Avé“ ein Roadmovie führt in den Norden Bulgariens und in die Gegenwart eines Landes, das den Anschluss an die Welt noch sucht. Dazu passt auch, wie der Regisseur auf Anjela Nedyalkova, die Avé spielt, stiess.
Ich hatte sie in einem Film in einer kleinen Rolle gesehen und wollte sie zuerst für eine Nebenrolle engagieren – eine der Drogenabhängigen –, doch gefiel sie mir so gut, dass ich sie nochmals anrief, um ihr die Hauptrolle anzubieten. Nur erschien sie dann nicht zu unserem Treffen. Ich suchte in der Folge sechs oder sieben Monate lang nach einer Darstellerin für Avé und wählte schliesslich vier Mädchen aus, mit denen ich alle Szenen x-mal durchspielte, doch nie ganz zufrieden war. Mir schien, irgendetwas stimme nicht. Ich bat also den Castingverantwortlichen, Anjela ausfindig zu machen, im Wissen, dass sie an einer Kunstschule studierte. Man erklärte ihm jedoch, sie fehle systematisch in den Klassen und niemand wisse, wo sie sei. Einige Tage später trafen wir sie in einem Café. Wir vereinbarten wieder ein Treffen und sie versetzte uns aufs Neue! Als wir dann in der Kunstschule waren, um für eine Szene den Dreh vorzubereiten, sah ich sie wieder. Sie erzählte mir, dass ihrer Mutter am Abend vor dem Casting etwas Schreckliches zugestossen war und sie deshalb nicht hätte kommen können.
Ich weiss bis heute nicht, ob sie mir damals die Wahrheit erzählte. Jedenfalls warnten mich alle um mich herum, ich sei ja total verrückt, zehn Tage vor Drehbeginn eine Schauspielerin zu engagieren, die praktisch noch keine Dreherfahrung hatte. Aber ich glaubte an sie und es hat sich ausbezahlt.
Der Film im Verleih von Trigon Film läuft seit gestern in den Schweizer Kinos.
Balkan Melodie neu im Kino
Ich erinnere mich an die vielen Konzertplakate von Gheorge Zamfir in den 80er Jahren in Bern. Er schien ein Star zu sein – aber nicht für mich.Seit gestern weiss ich, wer hinter der penetranten Werbung für den rumänischen Flötisten steckt. Es ist Marcel Cellier, der mit seiner Frau Catherine als einer der ersten in den Osten Europas ging, um dort neue musikalische Perlen zu entdecken und diese nach Westeuropa zu importieren. Heute ist er 86-jährig und erzählt aus seinem Leben. Seine Faszination für die Musik vom Balkan ist ungebrochen, auch wenn die Freundschaft mit Zamfir wegen finanzieller Streitereien zerbrochen ist. Der Panflöten-Virtuose kommt dabei nicht gerade als grosse Sympathieträger rüber, sondern eher wie eine Diva, die Cellier, den Schöpfer des “Stars”, ausnützt. Aber es gibt ja noch den Frauenchor des bulgarischen Staatsfernsehens, besser bekannt unter dem Namen Le Mystère des voix bulgares.
Der Kommunismus war die grosse Zeit der Folkloremusik, die von der Partei ausgeschlachtet wurde. Hochzeiten und Taufen wurden damals zu öffentlichen Anlässen umfunktioniert, zu denen der Staat die musikalische Begleitung lieferte. Interviews mit Musikern zeigen, dass der subversive Untergrund lebte und das Misstrauen gegenüber dieser staatlich verordneten Unterhaltung wach blieb. Das verdeutlichen auch die Interviews mit den bulgarischen Staatssängerinnen. Der Dokumentarfilm des Baselbieters Stefan Schwietert, Produzent von Accordion Tribe, gibt einen Überblick über das Musikschaffen in der Balkanregion, von den Fünfzigerjahren bis heute. Dazwischen schwenkt die Kamera immer wieder an den Genfersee zu Marcel Cellier und dessen Frau, die ihr abenteurliches Leben Revue passieren lassen. Der Film kommt demnächst in die Kinos (in Zürich im Kino Riffraff). Zu Empfehlen ist er allen Freunden der Balkan-Musik und geschichtlich sowie ethnologisch Interessierten.
Kinder spielen im Opernhaus
Opernhaus Zürich: La fedeltà permiata von Joseph Haydn mit Kindern.
The better alp
Richtig gut fand ich gestern, dass auf der Bettmeralp allen Skifahreren ein ausgeflaggter Riesenslalom inklusive Zeitmessung zur Verfügung steht. Hier fand dann gestern auch das Skirennen der Zürcher Schüler gegen den Zürcher Stadtpräsidenten und den Schulvorsteher der Stadt statt. Zwei Schüler waren dabei schneller als die beiden Politiker, sie benötigten rund 26 Sekunden. Ich selber benötigte 29 Sekunden und ein paar Hunderstel. Mehr zum Anlass auch hier.
Journie-Film
Gestern einen Schweizer Journie-Film gesehen. Den da. Die Filmkritier bewegen sich sprachlich wirklich in einer eigenen Welt.
Sie ist dann mal weg

Mehr dazu hier.
Standspaziergang auf Portugiesisch

Hier gesehen, als ich im Haus am Meer war.





