Archive for the 'Gelesen' Category

Buchbesprechung: Die Geschichte der Skelette



Steckt im Rüssel des Elefanten eigentlich einen Knochen? Geht das Pferd auf den Zehenspitzen? Und was hat die Kuh mit einem Delfin gemeinsam? Diesen und anderen Fragen geht “Die Geschichte der Skelette” des renommierten Sachbuchautors Jean-Baptiste de Panafieu nach. Zahlreiche Ausklappelemente und das grafisch aussergewöhnliche Layout machen Biologie und Evolution für Kinder wie für Erwachsene spannend und greifbar.
Dem Verlag Knesebeck, der sich immer wieder mit der Publikation ganz besonderer Bücher verdient macht, ist mit dem Buch ein grosser Wurf gelungen. Noch nie wurde Evolution so beeindruckend schön und überraschend erzählt wie in diesem interaktiven Bildband. Beurteilung: Ein absolutes Muss für neugierige Kinder, die sich für Tiere, die Natur und die damit verbundenen Zusammenhänge interessieren.
Die Geschichte der Skelette – oder warum alle mit allen verwandt sind. Gebunden, 34 Seiten, mit 46 schwarzweissen Abbildungen. Preis: 24,95 €

Gute Nacht, Zürich – Buchbesprechung



Der kleine Nachtwächter besteigt das Tram. Es ist die Nummer 4 und meinem Sohn fällt gleich etwas auf. Genau, wir nehmen auch manchmal den 4er. Wenn wir das tun, gehen wir nach Hause. Der kleine Nachtwächter aber beginnt erst jetzt mit seiner Arbeit. Und gleich ist man mittten in dieser wunderbaren Gutenachtgeschichte aus dem Zürcher Bohem-Verlag. „Gute Nacht, Zürich“ besticht mit liebevollen Bildern und einem hohen Wiedererkennungswert – für Zürcher.
Der Nachtwächter fährt erst einmal zum Opernhaus, wo er nach der letzten Vorstellung die Türe schleisst, dann geht’s zum Kinderspital, wo er einem kleinen Mädchen eine Geschichte erzählt. Im Zoo sagt unser Held den Elefanten und Pinguinen gute Nacht und fährt dann mit dem Polybähnchen, auf welchem unzählighe Kinderkrippen sich die Zeit vertreiben, zur Sternwarte, zu den Tauben im Turm des Fraumünsters und schliesslich zu den Schwänen und Enten im See.



Gegen Ende der Nacht ist der Nachtwächter ebenso müde wie die Kinder, denen die Eltern dieses Buch vor dem Schlafengehen vorlesen. “Gute Nacht, Zürich” leistet auch der Integration der schnell anwachsenden deutschen Bevölkerung in der Stadt Zürich Vorschub: Die kurzen Texte neben den Bildern liegen auf Schweizerdeutsch und Deutsch vor.
Gute Nacht, Zürich
Bohem Press, www.bohem.ch
12 Seiten
€ 12.95

Kollektives Entsetzen


KUNSTSCHUSS – Die schönsten Fußballfotos aller Zeiten
240 Seiten mit rund 115 Fotografien in Farbe und Schwarzweiß
Format 27 cm x 30 cm, Festeinband mit Bezug, mit Texten in Deutsch; 41,90 SFr. Mehr auch hier: www.editionpanorama.com und www.coddou.com.

Buchbesprechung: Mit grossen Kinderaugen durch das Jahr

Wie sieht es wohl im Inneren einer Zitrone aus? Wie wird aus einer Kirschblüte eine rote Kirsche? Aufklappen, hochklappen, umklappen – staunen. Mit ihrer einzigartigen Klappentechnik geben Francesco Pittau und Bernadette Gervaise in ihrem Bildwörterbuch für Kinder ganz besondere Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt. Die Bilder sind dabei so realistisch gezeichnet, dass nicht nur jedem wissenschaftlichen Illustrator vor Freude die Tränen in die Augen schiessen, sondern auch Kinderaugen ganz gross werden. Grosse Worte werden dabei nicht gemacht – die Illustrationen sprechen für sich.
Das Bildwörterbuch “Frühling, Sommer, Herbst und Winter” richtet den Blick der Kleinen auf die einzelnen Dinge, auf das, was sich verändert, oder auf das, was unter der Oberfläche liegt, die wir normalerweise wahrnehmen.
“Frühling, Sommer, Herbst, Winter”, Verlag cbj, Spiralbindung, 84 Seiten, mit farbigen Illustrationen und vielen Klappen. Ab CHF 28,50.

Kinderbuch: Anton taucht ab




Anton ist cool. In der Freizeit spielt er am Computer als Starflashman. Aber kann er auch ein Feuer entfachen? Könnte er in der Wildnis überleben? Der Campingurlaub mit seinen Grosseltern stellt ihn vor seine grösste Herausforderung – kein Computer weit und breit, dafür einen „Ekel-See“ mit glitschigen Schlingpflanzen und vielen Kindern.
Bisher hat Starflashman Freundschaften nur in Chats gepflegt. Aber im richtigen Leben sehen die Dinge ganz anders aus, dämmert es langsam dem Angsthasen An-ton. Schon beim ersten Blick auf den Badesee schüttelt es Anton. Er behauptet, es sei nicht die Angst, die ihn davon abhalte, in den See zu springen, es sei nur Ekel. Anton zieht sich im Wohnwagen vor den Fernseher zurück. Seine Grosseltern lassen sich aber auf Diskussionen mit ihm gar nicht ein. Nach dem Morgenessen gehts zum See – keine Widerrede.
Antons Laune ist auf dem Tiefpunkt. Auf keinen Fall wird er auch nur eine Zehenspitze in diese Drecksbrühe setzen. Man hätte ihn lieber im Wohnwagen lassen sollen, da hätte er einen Actionfilm gucken können. Trotzdem geht er mit den Gross-eltern an den See. Die erste Begegnung mit den Kindern vom Steg verläuft nicht gut. Schnell wird klar, dass der ältere Junge mit der lächerlichen Frisur Ärger macht. Missmutig hält er sich am nächsten Tag bei seinen Grosseltern auf – er trägt heute seine Badehose, bleibt aber im Schatten in der Nähe der Zitro-nenlimonade.
Der Grossvater will Anton das Angeln beibringen. Als er einen Fisch fängt, der viel zu klein ist, um als Abendessen in Frage zu kommen, freundet sich Anton mit dem Winzling an und tauft ihn Piranha. Er spielt den ganzen Nachmittag mit ihm, lässt ihn im Kübel eine Runde nach der anderen drehen und bewundert dessen Schwimmkünste. Als der Grossvater den Fisch als Köder für den nächsten Tag verwenden will, protestiert Anton lautstark. Schliesslich schliesst Anton über den Fisch nicht nur Freundschaft mit einem Mädchen, sondern verbringt seine Ferien am Ende stundenlang im, Wasser. Die Autorin Milena Baisch erzählt die hintersinnige Geschichte aus Antons Sicht und findet einen frechen Ton für ihre wunderbare Geschichte, die mit dem deutschen Jugendliteraturpreis 2011 ausgezeichnet wurde.
Anton taucht ab, Verlag Beltz & Gelberg, www.belz.de, ISBN: 978-3-407-79966-1, CHF Fr 14.90, 101 Seiten, ab 8 Jahren.

Gute Nacht, Baustelle

Kinderbuch: Gute Nacht, Gorilla!


Wenn ich meinen Kindern eine Gutenachtgeschichte erzähle, dann sieht mein Plan idealerweise vor, dass schon bald irgendwann Ruhe einkehrt. Nicht nur ich denke so. Die meisten Gutenachtgeschichten sind zielstrebig aufgebaut. In den Kinderbüchern gehen die Protagonisten ebenfalls irgendwann ins Bett und die kleinen Zuhörer wissen, dass jetzt das Licht aus geht und geschlafen wird. Die Vorleser werden nach einem langen Tag in den Abend entlassen, so sie, was mir auch manchmal passiert, beim Geschichtenerzählen nicht mit den Kindern einschlafen. Das Buch „Gute Nacht, Gorilla“ funktioniert anders. Zur Freude der Kinder, verzögert sich das unausweichliche Ende.
Schon das Titelbild deutet an, dass hier einer etwas im Schild führt. Der Gorilla hat dem Wärter die Schlüssel zu den Zookäfigen entwendet und zeigt diesen triumphierend. Dabei legt er die Finger auf die Lippen und macht uns alle zu Mitwissern. Nachdem der Wärter den Tieren eine gute Nacht gewünscht hat, ist die Geschichte nicht zu Ende. Der Gorilla öffnet er hinter des Wärters Rücken die Käfige und führt die Tiere in Haus des Wärters, wo sie sich im Schlafzimmer niederlassen. Erst die Frau des Wärters entdeckt mitten in der Nacht die Tiere und bringt sie zurück in den Zoo – vermeintlich. Doch auch hier schlägt der Gorilla der gradlinigen Geschichte ein Schnippchen. Bevor sich die Wärterfrau zurück ins Bett legt, sind der Gorilla und seine Freundin, die Maus, schon vor ihr dort wieder angekommen.
Eine wunderbare und in den schönsten Farben bebilderte Geschichte von Peggy Rathmann für kleine Kinder. Dabei entdecken diese immer wiederkehrende Figuren und unterhalten sich auf köstliche Weise. „Gute Nacht, Gorilla“ ist das momentane Lieblingsbuch meines Sohnes. Die Frage ist nur: Für wie lange?
„Gute Nacht, Gorilla“ von Peggy Rathmann gibts beim Moritz Verlag, Frankfurt am Main oder bei Amazon, 32 Seiten, € 9.95.

Kinderbuch: Die kranke Ameise

Unser Sohn mag Bagger und Autos – und die kranke Ameise, deren Schicksal ihm nahe geht. Diese hat sich bem Transport eines Riesenbündels von Fichtennadeln am Rücken verletzt. Schon bald wird sie vom Arzt, der mit der Schneckenamblanz herandüst, verarztet. Eine wunderbare Geschichte erzählt von Zdenek Miler, erhältlich beim Leipziger Kinderbuchverlag oder bei Amazon.

12 gratuliert zu 10


12 : 10.

Der Negus und der Bauer


Mit kaiserlichem Prunk kann der Hindelbanker Gemeindepräsident Albert Danz nichts anfangen. Das wäre ja auch unschweizerisch. Er fühlt sich sichtlich unwohl neben dem König der Könige. Eine schöne Geschichte im heutigen Bund über den Besuch Haile Selassies I. vor 54 Jahren in Bern.