Natur pur in der Algarve
Als ich morgens vors Haus trete, bin ich nicht alleine: Ein Storch auf der Durchreise von Afrika nach Europa hat sich am Schwimmteich niedergelassen – angelockt durch das Gequake der Frösche. Diese tummeln sich in der Regenerationszone des 1200 Quadratmeter grossen Naturpools. Die Pflanzen dort reinigen das Wasser auf natürliche Art und Weise und bilden ein Biotop. Das Wasser im Schwimmbereich ist sauber und klar.

Für zwei Wochen lebe ich mit meiner Tochter in Quintamar, auf portugiesisch das „Haus am Meer“. Hier in der weitgehend unberührten Ost-Algarve ist der Massentourismus ein Fremdwort: Kilometerlange und einsame Sandstrände am Atlantik sowie unberührtes Hinterland. Und dies nur 30 Kilometer vom internationalen Flughafen Faro entfernt. Das Haus mit den vier Wohnungen, das 2004 auf den Ruinen eines verfallenen Bauernhauses gebaut wurde, steht idyllisch inmitten eines Oliven- und Mandelbaumhains im Naturpark Ria Formosa. Dieser erstreckt sich von Faro bis zur spanischen Grenze. Von unserer Wohnung sehen wird in einer Entfernung von 500 Metern das Meer.
Entlang der Strässchen und Wege zwischen Quintamar und dem Meer wachsen Zitronen- und Orangenbäume. Besonders reizvoll ist die Algarve im Frühling. Die Niederschläge im Winter verwandeln dann Natur in ein riesiges Blumenfeld. Die Blüte der Orangen und Zitronenblüte dauert vom März bis in den April. Die Natur bietet alles, was man zum Leben braucht. Manchmal denke ich: So muss es im Paradies sein.

Heute Nachmittag leihen wir uns Fahrräder bei Tami, der Gastgeberin von Quintamar, und fahren an die Lagune von Santa Luzia. Von dort führt eine kleine Bahn bis zum Badesstrand Barril auf der Insel von Tavira. Das Wechselspiel von Ebbe und Flut lässt einen hier die Natur erleben. Die Wasserqualität zählt zu den besten in der EU. Auch im Hochsommer ist der Strand nie überbevölkert. Nach wenigen Metern ist man alleine auf der Insel, die zu ausgedehnten Strandspaziergängen verleitet. Zur Stärkung gibt es in der ehemaligen Thunfisch-Fangstation auf der Insel seit kurzem zwei Restaurants.
Auf dem Rückweg radeln wir über die Ecovia, die 2007 eröffnete, 215 Kilometer lange Fahrradroute entlang der Atlantikküste, die ganz in der Nähe von Quintamar vorbeiführt. Unser zweites Bad heute nehmen wir im Süsswasserteich vor dem Haus. Nach der Erfrischung sind wir dann in 10 Minuten zu Fuss im Fischerdorf Santa Luzia und lassen uns in einem Restaurant an der Seepromenade mit lokalen Spezialitäten aus dem Meer verwöhnen.

Abends schlafen wir mit dem Zirpen der Grillen und vereinzeltem Froschgequake ein.

Kontakt:
Tami, die Gastgeberin, lebt als Auslandschweizerin seit 15 Jahren in der Algarve und spricht englisch, portugiesisch und ein bisschen deutsch. Sie kennt die Sehenswürdigkeiten in der Region und stand uns mit ihrem portugiesischen Mann mit Tipps gerne und jederzeit zur Verfügung.
Wie man hinkommt:
Von Deutschland grossen Flughäfen gibt’s regelmässie Flugverbindungen nach Portugal. Airberlin (www.airberlin.com) fliegt ab Paderborn, Dortmund oder Münster, Ryanair (www.ryanair.com) ab Düsseldorf-Weeze ab € 39 nach Faro. Vom Flughafen erreicht man Quintamar über die Autobahn in rund 40 Minuten.

